Endlosersommer

Delhi Teil1 – die gelogene Expedition

Für viele ist es der Beginn, für andere das Ende und wiederum andere nutzen es als Domizil und Hauptquartier.
Es gibt quasi keinen Weg herum, jeder landet irgendwann in Delhi, den ranzigen Bachnabel Indiens (wenn man die Karte falsch herum hält).
So wie viele Metropolen der Welt ist dieser eigene Staat ein Schmelztiegel vieler Mentalitäten und Kulturen, immer gesegnet mit einem dicken kongestiven Smog-Mantel.
Die 10h Busfahrt erwies sich wieder als rau und erholungslos. Tugca zog sich aufgrund des rapiden Temperaturgefälles eine schlimme anhaltende Erkältung zu.

Die Ankunft in der Hauptstadt prägt sich in den Memoiren als Abendteuer-Geschichte mit Happy End.
Schon während der Fahrt schlossen wir uns mit einem Taiwaner und einem Dänen zu einer kleinen Guerilla Truppe zusammen. Nach der Ankunft um 4 Uhr morgens führte ich uns mithilfe von GPS & Google Maps durch den Dschungel aus Taxifahrern und trügerisch hilfreichen Ortskundigen, zu einem Teeladen in dem wir (Karten) spielend auf die nächste Metro warteten.

Das Metrosystem von Delhi ist meiner Kenntnis das Erste in Indien und obwohl nur zur Hälfte fertig, sehr modern und verfremdend sauber.

Wir hatten Zeit, viel Zeit. Auch wenn Delhi nie schläft, öffnen die meisten Hotels doch erst nach 8.
Also kümmerten wir uns erst darum, dass der Däne auf den besten Weg zum Flughafen findet.
An der Schlange zum Prepaid Taxistand fragte ich einen Sicherheitstyp nach den Preisen und die Antwort lautete: „500 Rs Prepaid oder 400 Rs freies Taxi“ was sich zu spät als Lüge herausstellte. Egal, der Däne war für 400 Rs auf dem Weg zum Flughafen und wir konnten unser Hotel ansteuern.

Von Indien

Eigentlich kannte ich die grobe Route, aber ein junger Mann versichere mir, dass es die andere Richtung zur Main Bazar Road sei. Also irrten wir in der Gegend herum bis ich mir der Lüge bewusst wurde. Tugca war sich sicher: frage man eine Frau würde man wahrscheinlich keine Lüge erfahren. Also fragten wir eine Frau ob wir wirklich in der vom GPS angegebenen Strasse seien. „Ja, ohne Zweifel!“ antwortete die Dame. Nach 3 Sackgassen stimmten wir zu, dass 3 Lügen am Morgen kein gutes Zeichen seien. (Es sollte auch nicht die letzte gewesen sein.)
Im Hotel angekommen (es war nun schon länger offen), konnten wir auf der Dachterrasse einen unwirklich scheinenden, von kreisenden Adlern begleiteten Sonnenaufgang genießen und stellten fest, dass es uns doch ordentlich gut geht. – ungelogen!

Von Indien

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