Endlosersommer

Keine Reise ohne Narbe

Mal wieder typisch Rick, würde meine Mutter sagen. Keine Reise ohne Narbe als Souvenir.

Alles trug sich zu als wir bei unserem Freund Laksman dem Fischer zum Abendessen eingeladen waren und zur später Stunde sich die lähmende Müdigkeit einschlich. Dies zu unterdrücken stand ich auf und streckte mich um dem Blutgerinnsel im Kopf Herr zu werden. Ich vergaß leider, dass Sri Lankesen kleiner wachsen als wir Europäer, die Häuser niedriger gebaut sind (um vermutlich Baumaterial zu sparen) und dass es eine heiß-schwüle Nacht war und daher der Ventilator auf höchste Stufe lief.

Ok der Rest der Story benötigt keine Fantasie. Mein Finger machte eine unheimliche Begegnung mit dem ca. 60 Jahre altem Rotor mit all seinem grauen Staub und Rostfalten. Der Finger fetzte durch die Luft (naja ein Fetzen des Fingers fetzte…), Blut spritzte, Kinder schrien und der olle Propeller knarrte gehässig.

Wer meiner einer kennt, weiß dass Gewohnheit und Indianerblut den Schmerz verdrängen und ich fragte höflich und gelassen nach einem Pflaster um die Sauerei auf dem Teppich nicht eskalieren zu lassen. Aber in der demokratischen Runde wurde nach 4 Schnäpsen beschlossen mich doch noch ins Krankenhaus zu karren, um mir eine vorbeugende Spritze zu besorgen. (ich war immer der Meinung eine Tetanusimpfung sollte reichen).

Dann ging alles ganz schnell, die Oberschwester lachte als sie entschloss ohne Vorwahrnung den Finger mit 3 Stichen zu fixieren. Mir wurden noch 4 Tabletten verabreicht und die obligatorische Spritze. Welche Zusammensetzung diese hatten, konnte mir wegen fehlenden Englisch nicht erläutert werden.

Um dem Unheil ein passendes Ende zu geben, darf ich jetzt 7 Tage nicht ins Wasser und nicht surfen. Die 7 Tage, die mir noch in Sri Lanka bleiben.

Leider hab ich bei all dem Aufruhr vergessen ein Foto von der Verletzung noch vom Ventilator zu machen.
Alls Beweis nur dieses Foto am Mainbreak mit Trauer und den dicken Wellen im Hintergrund:

Von Indien

1 Kommentar

  1. Rick

    Ich habe noch ein Bild geschossen, als ich den Verband gewechselt hab. Man erkennt gut den Fetzen und die Nähte.

    Von Indien
    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.