Endlosersommer

Die 1000er Abfahrt

80km Piste, 14 Lifte 1300 Meter Höhenunterschied.
Das verspricht das Skigebiet Chandolin/St. Luc…
Aber die großen Abenteuer und spannensten Abfahrten lernt man erst kennen wenn man hier wohnt,
oder für die Saison im Gebiet arbeitet. Ines und ich sind diesen Winter wieder für Hoefer Reisen im Grand Hotel beschäftigt und haben somit viele Möglichkeiten das Gebirge richtig kennen zu lernen.

Letzte Woche war Paul vor Ort, ein altbekannter Teamer der schon zum Urgestein zählt. Er verriet mir eine Abfahrt, welche es in sich hätte und nur zu bestimmten Bedingung befahrbar wäre. Er nannte sie die 1000 Meter Abfahrt, da sie bei 2000m beginnt und bis auf 1000m herabführt.

Das zu erleben wollte ich nicht verpassen. Zur ersten Verabredung klappte es nicht, Familienpflichten… Aber dann trafen wir uns an der Mittelstation und fuhren rüber zum Ilhorn.
Das Wetter war etwas Nebelig aber trocken mit wenig Wind. Paul überlegte noch hoch zum Gipfel und über die Ilhornrinne abzufahren und aus der 1000er eine 2000er Abfahrt zu machen… Aufgrund der Zeitnot und der unsicheren Lavinenlage, entschieden wir uns dagegen, was sich später zumindest im zweiten Punkt als richtige Entscheidung herausstellte.
Wir hatten nur 1 Stunde bis zum Bus der uns wieder auf den Berg bringen würde.
Der Schnee war noch frisch und bot Powderqualitäten. Die ersten 300 Höhenmeter machten richtig Laune, doch dann mussten wir auf der Höhe bleiben einen längeren Wanderweg laufen, der mir wegen des Snowbords viel Mühe kostete. Zum Glück hatte ich aber Schneeschuhe mitgenommen.
Als wir die eigentliche Schlucht erreichten, sah alles sehr vielversprechend aus. Die nächsten Turns waren herausfordernd aber machten super Spass. Wir hielten alle 100m an und wechselten uns mit der Vorfahrt ab, wobei der Untere immer hoch rief auf welcher Seite er wartete. Paul meinte er sei die Rinne sogar schonmal im Sommer aufgestiegen – sehr schwierig, da der Hang steil ist und fast ausschließlich aus Faust dicken Geröll besteht.

Ab ungefähr der Mitte der Rinne wurde das ersichtlich, der Schnee lag zu locker und nicht dick genug, somit kamen wir auf die Steine darunter und ein grausames permanentes Knirschgeräusch war zu hören. Gelegentlich verloren wir die (Kanten)Kontrolle.
Mehr rutschend und hangelnd und mit Augen zu ging es durch die enge Schlucht in der auch das Unterholz immer dichter wurde.
Ach ja schon zu Beginn der Rinne wurde klar, dass wir den Bus nicht schaffen würden und so nahmen wir uns zumindest etwas Zeit bei der Wahl der Line.
Das letzte Stück war dann wieder witziger, da es auf dem Wanderweg wie in einer kleinen Bobbahn recht rutschfest weiter ging.

die 1000er abfahrt

die 1000er abfahrt

Unten heil (bis auf die Bretter) und stolz angekommen, machten wir uns mit dicken Grinsen auf den Weg zurück. Da kein Bus mehr fuhr, versuchten wir es per Anhalter und schafften es sogar noch vor den Abendessen zurück zu sein.

2 Kommentare

  1. Opa von E.T.

    hurra der Blog lebt wieder!!!!!
    Schnee ist eben auch nur Wasser, wenn auch jämmerlich kalt, aber das war ja die Nordsee auch.
    Schön zu sehen, daß das „Surferleben“ noch flutscht, aber man sieht die Sehnsucht nach warmen Gefilden im Gesicht, hihihi
    Gruß

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    1. Rick (Beitrag Autor)

      Manchmal kommt einem die Sonne in den Bergen heißer vor als am Strand. Und oft sitzen wir im TShirt auf dem Balkon. Aber du hast recht, es wird bald wieder Zeit für Palmen, Strand und Surfen!

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